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Bildungswerk BAU Hessen - Thüringen e. V. (BiW) bildet junge Bulgaren und Spanier aus / Richtfest für Gästehaus in Erfurt setzt Zeichen zu Beginn des Mobilitätsprogramms - EU 2016

31.08.2016

ERFURT. „Wir sichern den Nachwuchs für die deutsche Bauwirtschaft durch zahlreiche, vielfach einmalige und vor allem erfolgreiche Initiativen in Thüringen.
Darum haben wir allen Grund, unser Gästehaus in Erfurt für Auszubildende aus Bulgarien, Spanien und Deutschland zu erweitern.“ Mit diesen Worten begrüßte Bettina Haase, Geschäftsführerin im Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V. die Gäste.

Anlass war das Richtfest für das Gästehaus des Bildungswerks, mit dem das BiW bis zum Februar 2017 seine Übernachtungskapazität von gegenwärtig 65 Betten um 124 auf 189 Betten erweitern wird. Die Betten in der überbetrieblichen Bildungseinrichtung werden dringend benötigt, da die Bauindustrie in Hessen und Thüringen seit Jahren mit ehrgeizigen Initiativen und beispielhaftem Erfolg neue Auszubildende für eine Branche gewinnt, in der die Hälfte der Beschäftigten älter als 50 Jahre ist. „Der demographische Wandel ist ohne Frage eine Herausforderung, aber wir beweisen, dass wir ihn ins positive wenden und begabte junge Leute für die zukunftssicheren Berufe in unserer Branche gewinnen können“, sagt Hauptgeschäftsführer Dr. Burkhard Siebert.

BiW gewinnt 60 junge Bulgaren und Spanier für die deutsche Bauindustrie

Das Richtfest markiert für das BiW in diesem Jahr auch den Beginn des Mobilitätsprogramms EU 2016. Schon seit 2013 gewinnt das BiW junge Leute zunächst aus Spanien und später auch aus Bulgarien für eine Ausbildung in einem Bauberuf als Straßenbauer, Zimmerer und Beton- sowie Stahlbetonbauer. Die Nachfrage nach diesen Fachkräften ist groß und kann hierzulande nicht gedeckt werden. Bisher kamen etwa 100 junge Leute. In diesem Jahr werden es 40 Bulgaren und 20 Spanier sein. Die Thüringer Kultusministerin Frau Dr. Klaubert und die Vertreter der bulgarischen Beschäftigungsagentur sowie der Botschaften Bulgariens und Spaniens werden ihre Zusammenarbeit mit dem BiW weiter ausbauen und verstärken.

Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat das BiW seit Januar dieses Jahres 60 junge Bulgaren und Spanier auf ihre künftige Bauausbildung in Bauunternehmen aus Hessen und Thüringen vorbereitet.

Sowohl für die Jugendlichen als auch die beteiligten Unternehmen ist der Titel des Projektes: „The Job of my Life“ tatsächlich Programm. Colette Boos-John, Geschäftsführerin des Unternehmens Bauer Bauunternehmen GmbH sagt: „Wir sind auch in diesem Jahr mit Engagement und Enthusiasmus dabei und haben bisher durchweg positive Erfahrungen mit den jungen Leuten aus Europa gesammelt. Mit der Unterstützung durch das BiW waren für uns weder die Sprache, noch die bürokratischen Hürden vor Ausbildungsbeginn ein Problem. Wir wollen zusammen mit dem BiW zeigen, dass der Bau Stellen mit Zukunft bietet.“

Ausländische Bewerber lernen Deutsch vor ihrer Ankunft in Erfurt

Die jungen Auszubildenden aus Bulgarien und Spanien sind nach den Worten von Karl-Heinz Pfündner, Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums Erfurt, hochmotiviert, haben wenig Fehlzeiten und verfügen über eine gute Vorbildung. Sie sprechen alle schon Deutsch bevor sie hier eintreffen, denn sie wurden in ihrer Heimat auf die Ausbildung in Deutschland vorbereitet. Die Bulgaren haben alle Abitur und die Spanier mindestens einen Realschulabschluss. Meist verfügen die Auszubildenden schon über Erfahrung im Arbeitsleben. Sie kommen nach Thüringen, weil ihnen in der Heimat Arbeitslosigkeit droht. Viele von ihnen werden rasch in Deutschland heimisch und gründen eine Familie.

BiW entlastet die Ausbildungsbetriebe von Bürokratie

Das BiW kümmert sich zur Entlastung der Ausbildungsbetriebe in einer Orientierungswoche in Erfurt um ein Bankkonto, die Steuer ID-Nummer, die Krankenversicherung und die Anmeldung der Auszubildenden bei der Ausländerbehörde. Im ersten Jahr werden die weitere sprachliche Schulung und bestimmte fachliche Qualifizierungen konzentriert, während die jungen Leute in Erfurt

überbetrieblich ausgebildet werden. Vom zweiten Lehrjahr an werden sie in der Nähe jener Unternehmen wohnen, bei denen sie angestellt sind.

Auch deutsche Auszubildende leben im Gästehaus

Das neue Gästehaus wird nach den Worten von Karl-Heinz Pfündner aber auch für deutsche Auszubildende benötigt, da das BiW mit Aufklärungskampagnen an Schulen, mit Live-Schaltungen aus Schulklassen via Skype an Ausbildungsplätze in der Bauindustrie sowie mit der Aktion „Azubi sucht Nachfolger“ die Zahl der Auszubildenden je Lehrjahr im BiW auf 70 verdoppelt hat.

Vom Erfolg dieser Initiativen konnten sich mehr als 220 Festgäste beim Richtfest selbst ein Bild machen. Die Gäste aus Politik, dem Ausland und der Bauwirtschaft machten in ihren Grußworten deutlich, welche Anerkennung und besondere Wertschätzung sie den Initiationen der hessischen und thüringischen Bauwirtschaft

zollen. „Wir stehen für eine qualitativ hochwertige und professionelle Ausbildung in den Bauberufen und eröffnen damit jungen Menschen ausgezeichnete Zukunftschancen“, sagt Ralf Hanemann, Geschäftsführer des BiW.

4,9 Millionen Euro für 124-Betten-Haus

Die Gesamtinvestition für die 124 Betten in Einzel- und Doppelzimmern umfasst 4,9 Mio. Euro, von denen das BiW 4,75 Mio. Euro aus Eigenmitteln bereitstellt. Nicht nur Unternehmer Norbert Bingel, von Bingel Bau GmbH & Co. KG Hüpstedt, war begeistert vom Baufortschritt und der Qualität des Baus, sondern insbesondere vom reibungslosen Bauablauf mit einer voraussichtlichen Bauzeit von nur 11 Monaten. „Das BiW ist für uns ein leistungsstarker Partner in allen Fragen der Personalentwicklung. Gerade auch unsere Auszubildenden kommen in den Genuss hervorragender Lern- und Lebensbedingungen.“

Alle Veranstaltungsteilnehmer waren sich darin einig: „Die Bauwirtschaft verspricht nicht nur, sie handelt auch - egal ob bei eigener Bautätigkeit oder Bau 4.0!“

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