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Gutes Bauen in Thüringen – Netzwerk für Qualitätsentwicklung im Bauwesen

07.04.2011

Die gesamte Bauwirtschaft steht, wie viele andere Branchen auch, vor einem tiefgreifenden inhaltlichen Wandel der Arbeit, der die gesamte Wertschöpfungskette des Bauens grundlegend umstrukturieren wird. Wesentlich wird dieser Wandel durch ein geändertes Nachfrageverhalten der Bauherren sowie insgesamt geänderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen bestimmt. Neue Aufgabenfelder werden geschaffen bei der Projektentwicklung, der Projektabwicklung und nicht zuletzt in der Objektnutzung und -umnutzung.Die Nachfrage verschiebt sich zunehmend vom Neubau hin zum Bauen im Bestand. Gleichzeitig bezieht sie immer mehr auch eine umfassendere Baubetreuung mit ein, zum Beispiel unterstützende Dienstleistungen rund um das Bauwerk wie Wartung und Instandhaltung. Hinzu kommt ein rasanter technologischer Wandel, der sich in immer neuen, innovativen Arbeitsverfahren und neuen Bauprodukten niederschlägt.

In Folge dessen wird die Kommunikation und Kooperation aller Baubeteiligten, vom Bauherren über den Planer bis hin zu den Ausführenden vor Ort, für die zielgerichtete und effiziente Durchführung eines Bauvorhabens immer wichtiger. Das Anforderungsspektrum an Bauunternehmen ändert sich, und damit sind einschneidende Veränderungen der Wertschöpfungskette des Bauens verbunden.

 

Diese weitreichenden Gründe finden in die Diskussion über die aktuelle Situation der Bauwirtschaft jedoch nur wenig Eingang. Dominiert wird sie vielmehr durch das Klagen über zunehmenden Markt- und Konkurrenzdruck, vor allem über Billiganbieter, die die Marktpreise ruinieren. Insgesamt gewinnt man in diesen Diskussionen häufig den Eindruck, dass die Beteiligten davon ausgehen, es handele sich um eher vorübergehende, konjunkturelle Probleme.

In der Tat ist die konjunkturelle Flaute eine wesentliche Ursache für den Markt- und Konkurrenzdruck in der Branche. Markt- und Konkurrenzdruck sind dadurch jedoch nur teilweise bedingt. Bauunternehmen, die (auch) unter den skizzierten Randbedingungen wirtschaftlich erfolgreich sind, zeigen, wo für die deutsche Bauwirtschaft die Zukunft liegen kann. Diese Unternehmen machen die neue Qualität der Arbeit in der Bauwirtschaft sichtbar:

  • Sie setzen auf ihre fachlichen, handwerklichen und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen und auf die Qualität der Bauabläufe und Bauprodukte.
  • Sie nutzen alle Ressourcen optimal, um produktiv arbeiten zu können - vor allem die Leistungsfähigkeit und die Ideen ihrer Mitarbeiter.
  • Sie schöpfen die Möglichkeiten neuer Arbeitsverfahren, Technologien und neuer Dienstleistungsfelder aus.
  • Sie kooperieren auf unterschiedlichen Ebenen sehr bewusst mit Partnern verschiedener Fachdisziplinen.

Auf Grund des enormen aktuellen Preis- und Konkurrenzdrucks beim Bauen wird immer deutlicher, dass die deutsche Bauwirtschaft als Ganzes vor der Alternative steht:

Verliert sie in einem Wettbewerb, der sich ausschließlich am niedrigsten Preis orientiert, nicht nur ihr Qualitätsniveau, sondern auch viele gute Unternehmen, deren Arbeitskräfte und schließlich wertvolle Arbeitsplätze?

oder

Kann sie Wettbewerbsfähigkeit auf hohem Qualitätsniveau erreichen und Erneuerungsprozesse anstoßen, die Auswege aus der Preis- und Kostenspirale aufzeigen?

Um Wettbewerbsfähigkeit auf hohem Qualitätsniveau zu erreichen, benötigen viele kleine und mittelständische Unternehmen in der Bauwirtschaft Unterstützung durch zuverlässige Partner.

Vor diesem Hintergrund trafen sich auf Einladung der Thüringer Bauverbände am 25. März 2011 engagierte Thüringer Akteure aus baugewerblichen Unternehmen, Verbänden, Kammern, Vertretern der Thüringer Landesregierung und weiterer Organisationen, um ein regionales Netzwerk „Gutes Bauen in Thüringen - Netzwerk für Qualitätsentwicklung im Bauwesen" zu bilden.

Das Netzwerk versteht sich als unabhängige Plattform zur Unterstützung einer neuen Qualität der Arbeit in der Bauwirtschaft und die Mitarbeit steht allen Interessierten offen.

Die Netzwerkpartner wollen die Gedanken einer umfassenden Qualitätsentwicklung im Thüringer Bauwesen fördern und dafür zielgerichtet zusammenarbeiten.

Dem Netzwerkgedanken liegt die Überzeugung zu Grunde, dass sich die Bauwirtschaft in Thüringen umso besser entwickeln wird, je gezielter alle Beteiligten freiwillig und in Eigenverantwortung zusammenwirken und mögliche Synergien nutzen.

Gutes Bauen in Thüringen sieht sich im Kontext der bundesweiten Initiative INQA - Die Initiative für eine Neue Qualität in der Arbeit mit den von INQA-Bauen entwickelten Qualitätsstandards sowie dem „Leitbild Bau", das von vielen Akteuren der Bauwirtschaft gemeinsam entwickelt wurde.

In der konstituierenden Arbeitsberatung verständigten sich die Thüringer Netzwerkpartner auf folgende Handlungsfelder zur Unterstützung einer Qualitätsentwicklung im Thüringer Bauwesen:

  • Qualitätsentwicklung in Unternehmen und Organisationen
  • Personalgewinnung und -entwicklung
  • Nachwuchsgewinnung und Berufsorientierung
  • Entwicklung von Kommunikation und Kooperation
  • Entwicklung von Nachhaltigkeit im Bauwesen
  • Entwicklung des Marktes und des Bewusstseins für Qualität

Ihr Ansprechpartner: Thomas Sühlfleisch

Bildungswerk BAU Hessen-Thüringen e.V., Blosenburgstraße 4, 99096 Erfurt

Telefon: 0361 7309-132, Fax: 0361 7309-207, E-Mail: suehlfleisch@biw-bau.de

siehe Bild unten von l. n. r. Thomas Sühlfleisch (BiW, Netzwerkkoordinator), Ir. u. Dipl.-Ing. Detlev Engel (Handwerkskammer Südthüringen, BTZ Rohr-Kloster), Ralf Hanemann (BiW ,Geschäftsführer), Dipl. -Ing. Stephan Gabriel (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin), Dipl.-Ing. Ulrich Berg (BG Bau Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Leiter der Region Frankfurt, Prävention) Bettina Haase (Thüringer Bauverbände, Geschäftsführerin), Dieter Sillmann (VHV Versicherungen, Gebietsdirektion Erfurt, Gebietsdirektor), Dipl.-Ing. Wolfgang Seifert (BG Bau Berufsgenossenschaft. der Bauwirtschaft, Aufsichtsperson Prävention), Prof. Dr. -Ing. Helmut Haenes (Fachhochschule Erfurt, Fachgebiet: Bauingenieurwesen), Frank Eisenhut (HWK für Ostthüringen), Prof. Dipl.-Ing. Gert Bischoff (Fachhochschule Erfurt, Fachgebiet: Landschaftsbau), Dipl. Ing. Andreas Kley (Verband baugewerblicher Unternehmer Thüringen e. V., Präsident), Dipl.-Ing. Hartmut Strube (Architektenkammer Thüringen, Präsident), Dr. Ing. Rico Löbig (Ingenieurkammer Thüringen, Geschäftsführer), Gunter Beyer (Zimmerer - Innung Ostthüringen, Obermeister), Frau Anja Reitzenstein (Handwerkskammer Südthüringen, BTZ Rohr-Kloster), Gerhard Kutter (Verband baugewerblicher Unternehmer Thüringen e.V., Stellv. Präsident)

(o .g. Personen stellen keine abschließende Aufzählung der Thüringer Netzwerkpartner dar)

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